Wie kann ich mich auf den Winter mit den hohen Gaspreisen vorbereiten?

Wie kann ich mich auf den Winter mit den hohen Gaspreisen vorbereiten?

Es ist eines der Themen, die uns zurzeit alltäglich beschäftigen und zugleich Sorge bereiten. Auch in den Medien ist es vielfältig diskutiert und es ist eine dynamische Lage: die Gas Situation. Im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ist auch ein Konflikt mit Russland als Gaslieferant entstanden. In den vergangenen Monaten sind die Gaspreise aufgrund des Konflikts und der deutschen Gasabhängigkeit von Russland stark gestiegen. Gaslieferanten müssen Gas für hohe Kosten einkaufen, wodurch diese Kosten an Verbrauchende weitergegeben werden.

In der Wirtschaft werden die Kosten in den meisten Fällen an die Verbrauchenden weitergegeben, damit Unternehmen überleben können. Als Beispiel lässt sich der Kreditmarkt heranziehen. Vor Kurzem wurde der Leitzins der Europäischen Zentralbank angehoben. Dadurch ist es für Banken und Kreditinstitute teurer, sich Geld zu leihen. Diese gestiegenen Kosten werden an Verbrauchende weitergegeben: Die Zinskosten für einen Kredit steigen und es ist teurer, Geld zu leihen. Geld leihen ist demnach mit anderen Konditionen und effektiven Zinssätzen verbunden. Die Kosten werden kann Kreditnehmende weitergegeben und der gesamte Markt verändert sich. Dadurch wird auch die Wirtschaft reguliert. Mit Blick auf die Gas Situation führen die politischen Spannungen, die allgemein hohen internationalen Rohstoffpreise und die Füllstände der Gasspeichers zu weiterhin steigenden Preisen.

Die Gas-Drosselungen des Haupt-Gaslieferanten Gazprom aus Russland führen zu einer dynamischen und ernsten Situation. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat seit dem 23. Juni 2022 die zweite Stufe im Notfallplan für Gas in Deutschland ausgerufen. Dabei handelt es sich um die Alarmstufe, auf welche unter Umständen die Notfallstufe (Warnstufe 3) folgen würde.

Zuletzt wurde ein weiterer Gaslieferstopp angekündigt. Erneut fließt seit dem 31. August kein Gas durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 mit der Begründung von Wartungsarbeiten. Diese Begründung wird jedoch vielfach angezweifelt. Stattdessen werden politische Hintergründe und die politischen Spannungen als eine Ursache vermutet.

Das Gasspeicher-Ziel wurde in Deutschland bereits Mitte August erreicht – die Gasspeicher um 75 % zu füllen. Jedoch sind die Gaspreise hoch und der Winter muss bei hohen Gaspreisen und begrenzten Gasspeichern gut überstanden werden. Doch wie kann man sich mit Blick darauf gut auf den Winter vorbereiten?

1. Sparen und warm halten ohne hohe Kosten

Bereits jetzt gilt es möglichst viel Gas zu sparen. Einerseits um die persönlichen Kosten möglichst gering zu halten, aber andererseits auch, um die Gasknappheit nicht weiter zu belasten. Bei kälteren Temperaturen wird Gas für das Heizen der Wohnung deutlich mehr benötigt als bei warmen Sommertemperaturen.

Bereits jetzt können Vorbereitungen getroffen werden, um den Gasverbrauch im Winter möglichst gering zu halten.

Decken und warme Kleidung können wärmen, sodass die Heizungen nicht voll aufgedreht werden müssen. Diese können bereits jetzt besorgt werden. Zudem können auch Heizlüfter eine Option darstellen. Jedoch verbrauchen diese Strom, welcher ebenfalls kostenintensiv geworden ist. Dauerhaftes Heizen mit Strom kann darüber hinaus von den Stromnetzen nicht getragen werden. Sie sind also keine dauerhafte Lösung, sondern können für eine angenehme Raumtemperatur sorgen.

Falls die Wohnung oder das Haus einen Kamin hat, so kann derzeit Holz gekauft werden. Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Preise jedoch auch hier stark gestiegen und der Rohstoff ist knapp. Doch auch Kerzen können die Temperatur in einer Wohnung erhöhen und zugleich für eine gemütliche Atmosphäre sorgen.

Das Angebot und die Nachfrage regulieren den Markt.

Wie zuvor bereits erwähnt, ist auch dies ein Konzept in der Wirtschaft. Bei hoher Nachfrage können der Preis steigen oder Bedingungen angepasst werden. Mit erneutem Blick auf die Kreditwelt lässt sich ein Kredit mit Sofortauszahlung nennen. Eine schnelle Auszahlung ist für viele Menschen ein wichtiges Kriterium bei der Beantragung. Wenn eine Summe schnell benötigt wird, so kann ein Kredit mit Sofortauszahlung Abhilfe schaffen und schnell verfügbar sein. Die Nachfrage nach schnellen Auszahlungen hat das Angebot ermöglicht, dass viele Anbietende diese Leistung und Funktion anbieten. Hierbei sollten die Konditionen jedoch genau betrachtet werden.

Weitere Einsparpotenziale im Zuge der steigenden Energiepreise und Gaspreise sind folgendermaßen:

  • Die Raumtemperatur absenken und so Heizenergie sparen
  • weniger heiß und weniger lang duschen, um warmes Wasser zu sparen
  • Strom sparen – Wäsche auf dem Wäscheständer trocknen statt im Trockner, LEDs nutzen und abschaltbare Steckerleisten nutzen
  • richtig lüften

2. Die Isolierungen prüfen und Geräte richtig einstellen

Die Isolierungen prüfen und Geräte richtig einstellen

Die Dichte der Fenster kann mit einem Stück Papier geprüft werden. So können undichte Fenster vor dem Winter noch repariert werden, sodass sie weniger Kälte von außen hindurch lassen und gleichzeitig die Wärme im Innenraum halten können. Auch funktionsfähige Rollläden können vor Kälte von draußen schützen, um den steigenden Energiepreisen bestmöglich entgegenzuwirken.

Für die effiziente Nutzung der Heizungen und Gasthermen empfiehlt es sich, die Einstellungen zu prüfen:

  • Wann müssen sie heizen?
  • Welche Temperatur?
  • Wie kann die Heizdauer optimiert werden?

Auch smarte Thermostate erlauben die digitale Steuerung der Temperatur. Je nach Heizung können diese angebaut werden. So können die Raumtemperatur und die Heizdauer einerseits von alleine effizient reguliert und zugleich aus der Entfernung digital über das Smartphone eingestellt werden.

3. Mögliche Nachzahlungen einplanen

Die Gas Situation ist durch dynamische Veränderungen und Unsicherheiten gekennzeichnet. Auch wenn alles dafür gegeben wird, die Gaslieferungen an Privathaushalte konstant zu halten, so ist mit weiterhin steigenden Gaspreisen aufgrund der Knappheit zu rechnen. Umso wichtiger ist es, Rücklagen für mögliche notwendige Nachzahlungen zurückzulegen. Wie in den meisten Lebenssituationen sind Notgroschen und eine zurückgelegte Geldsumme wichtig, um Engpässe zu überbrücken. Umso wichtiger ist, diesen Notgroschen aufzustocken und die Finanzen im Griff zu haben, um so trotz der möglichen Gasnachzahlungen auch weitere Rücklagen vorweisen zu können. Die gestiegenen Preise sind in allen Lebensbereichen spürbar und erfordern einen noch umsichtigeren Umgang mit den Finanzen und Ressourcen.

Andreas Linde
Von
Der Kreditexperte Andreas Linde ist seit 2014 in der Finanzbranche tätig. Auf Matchbanker schreibt er über Kredite, Refinanzierung, APR, Zinssätze und alles, was mit Finanzen zu tun hat.
Matchbanker > Wie kann ich mich auf den Winter mit den hohen Gaspreisen vorbereiten?