Was tun gegen immer höhere Preise?

Was tun gegen immer höhere Preise?

Angetrieben durch die Corona Pandemie und die damit einhergehenden Lieferengpässe ist eine ökonomische Krise entstanden, die die Inflationsraten weltweit drastisch hat ansteigen lassen. Auch in Deutschland war das Emporschnellen des generellen Preisniveaus spätestens nach dem Ausbruch des Angriffskrieges von Russland auf die Ukraine zu spüren. Experten gehen sogar davon aus, dass die Preise weiter steigen und die Inflationsrate in Deutschland zweistellig werden könnte.

Dementsprechend sind die Lebenshaltungskosten für Endverbraucher bei gleichbleibendem Gehalt gewachsen. Das gleiche Einkommen ist weniger wert als vor der Krisenzeit und hat schlicht und ergreifend weniger Kaufkraft. Das Einkommen ist ein guter Indikator für Situationen und solche Veränderungen. Daher wird auch bei Wohnungsverträgen oder Kreditverträgen nach dem Einkommen gefragt. Die Angabe des Einkommens und die Prüfung der finanziellen Situation sind wichtige Bestandteile der Kreditwürdigkeitsprüfung. Häufig wird ein Kredit ohne Schufa gesucht, um einer Kreditwürdigkeitsprüfung ohne die Schufa-Abfrage zu umgehen. Jedoch ist eine Prüfung der Bonität in Deutschland Pflicht und dazu gehört auch die Abfrage des Schufa-Scores. Dies muss gar nicht schlimm sein, da viele weitere Faktoren in die Prüfung und die anschließende Beurteilung einbezogen werden. Wie zuvor beschrieben kann das Einkommen als guter Indikator dienen. Aktuell lässt sich aufgrund der immer höheren Preise weniger von dem Einkommen kaufen. Doch es gibt Möglichkeiten, der Inflation und den gestiegenen Lebenshaltungskosten entgegenzuwirken.

1. Die Fixkosten senken:

Um den steigenden Preisen entgegenzuwirken und das eigene Einkommen vor der sinkenden Kaufkraft zu schützen, ist es empfehlenswert alles über die Inflation und Kaufkraft zu wissen und darüber nachzudenken, wie die Fixkosten gesenkt werden könnten.

Als ersten Ansatzpunkt bieten sich hier die Fixkosten an, die bei Freizeitaktivitäten entstehen.

Monatliche Abonnements von Zeitungen, App Inhalten oder Streamingdiensten stellen häufig Kosten dar, die nach dem Abschluss in Vergessenheit geraten. Die abonnierten Inhalte, die gar nicht oder selten konsumiert werden, oder solche auf die sofort verzichtet werden kann, bieten die erste Möglichkeit Kosten einzusparen. Bei den Abonnements, die häufiger genutzt werden und von denen eine Trennung schwerer fällt, kann die Möglichkeit bestehen, für einen gewissen Zeitraum zu pausieren. Auf diese Weise können die Kosten der Monate, in denen die Inhalte weniger interessant sind oder in denen ohnehin keine Zeit besteht, sich mit den Inhalten zu beschäftigen, einfach übersprungen werden.

Eine weitere Möglichkeit, monatliche Fixkosten einzusparen, besteht in der Prüfung von:

  • den eigenen Telefonverträgen,
  • Gebührenzahlungen,
  • Versicherungen und
  • Mobilfunkverträgen

Bei diesen Zahlungen und auch bei Mobilfunkverträgen für Smartphones zahlen Nutzer häufig mehr als sie müssten. Bei dem Abschluss eines Mobilfunkvertrags, wird häufig überschätzt wie viel Datenvolumen wirklich gebraucht wird. Hier bietet es sich an, den tatsächlichen Verbrauch der letzten Monate einzusehen und nach passenderen sowie günstigeren Alternativen zu suchen. Zudem besteht bei einigen Mobilfunkanbietern die Möglichkeit, Smartphone Verträge mit den Verträgen für den Internetanschluss und das Haustelefon zu kombinieren und so Geld einzusparen. Darüber hinaus ist empfehlenswert, auch die laufenden Kreditverträge zu prüfen. Falls die Zinsen sich auf dem Markt verändert haben und wesentlich günstiger geworden sind, so kann eine Umschuldung in Betracht gezogen werden. So können Kredite vereint und Kosten im besten Fall gesenkt werden. Im Falle der Aufnahme von einem neuen Ratenkredit sollten die Konditionen und Zinsen verglichen werden, um möglichst günstige feste Raten zahlen zu können. Auf die gleiche Art und Weise können nicht nur bei Krediten, Kreditverträgen oder anderen Verträgen, sondern auch bei Versicherungen Einsparungen gemacht werden. Vergleiche im Internet stellen dabei häufig eine gute Hilfe dar, um zu prüfen, ob es günstigere Alternativen zu den bestehenden Verträgen gibt. Über die Vergleichsanbieter können häufig auch Wechsel zu günstigeren Versicherern abgeschlossen werden.

2. Einsparungen beim Energieverbrauch

Nicht nur die generelle Inflation macht sich im Geldbeutel bemerkbar, sondern auch die gestiegenen Energiepreise. Vor allem das Preisniveau der Kraftstoffe Benzin und Diesel ist deutlich angestiegen aber auch Gas und Strom sind um einiges teurer geworden.

Da der Energieverbrauch der einzelnen Haushalte nahezu unverändert bleibt, trifft diese Preissteigerung fast alle Endverbraucher:innen in Deutschland.

Auch in diesem Fall bietet es sich an die Energieversorger über Vergleichsportale gegenüberzustellen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Zudem können gerade in den Frühlings- und Sommermonaten andere Einsparungsmöglichkeiten genutzt werden. Sobald es die Außentemperaturen zulassen kann auf das Heizen der Innenräume gänzlich verzichtet werden. Bei dem Waschen von Wäsche und Geschirr kann auf die energiesparenden Programme zurückgegriffen werden und bei dem Trocknen der Wäsche kann ein Wäscheständer statt Trockner verwendet werden. Trotzdem solle auch in solchen Zeiten Geld gespart und mit Tipps und Tricks sollten Ersparnisse aufgebaut werden.

Um dem hohen Preisniveau der Kraftstoffe aus dem Weg zu gehen können beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. Diese sollten vor allem mit dem 9-Euro-Ticket für regionale Verkehrsmittel in den Sommermonaten erschwinglich sein. Wer allerdings dem erhöhten Fahrgastaufkommen durch das 9-Euro-Ticket ausweichen möchte, kann mit Kollegen, Freunden und Familienmitgliedern Fahrgemeinschaften bilden, wo möglich das Fahrrad nutzen oder zu Fuß gehen. Wenn es das Wetter zulässt, kann so nicht nur etwas für den eigenen Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt getan werden.

Andreas Linde
Von
Der Kreditexperte Andreas Linde ist seit 2014 in der Finanzbranche tätig. Auf Matchbanker schreibt er über Kredite, Refinanzierung, APR, Zinssätze und alles, was mit Finanzen zu tun hat.
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