Verschiedene Darlehensformen im Überblick

Darlehen und Kredit – diese beiden Begriffe werden im alltäglichen Sprachgebrauch oftmals im gleichen Sinn verwendet. Dennoch gibt es Unterschiede, sodass die Begriffe nicht gänzlich als Synonym verwendet werden können. Es gibt zudem sowohl verschiedene Kredit- als auch verschiedene Darlehensformen. In diesem Artikel wollen wir einige Darlehensformen betrachten, um einen guten Überblick darüber zu erhalten. 

Laut Definition handelt es sich bei einem Darlehen um einen schuldrechtlichen Vertrag, bei dem einem Darlehensnehmer Geld oder eine vertretbare Sache auf Zeit überlassen werden. 

Bei einem Darlehen handelt es sich um eine Unterform des Kredits. In der Regel umfassen Darlehen eher langfristige Kredite. Dabei werden somit auch oftmals höhere Geldsummen geliehen. Nachfolgend stellen wir einige Darlehensformen vor: 

Annuitätendarlehen: 

Das Annuitätendarlehen ist die klassische Darlehensform und wird auch Tilgungsdarlehen genannt. Die Annuität ist eine Jahreszahlung (lateinisch: annus = Jahr) von einer gleichbleibenden Rate aus Tilgung und Zinsen für die Abzahlung einer Schuld. Normalerweise wird diese Annuität monatlich oder vierteljährlich in Raten zur Vorauszahlung gezahlt. Somit wird die Darlehenssumme regelmäßig in festen Raten abbezahlt, welche aus dem Tilgungs- und Zinsanteil besteht. Mit jeder gezahlten Rate sinkt die zu tilgende Restschuld der Darlehenssumme.

Dadurch verändert sich die Zusammensetzung des Tilgungs- und Zinsanteils. Der Tilgungsanteil steigt um die ersparten Zinsen an, da diese anhand der verbliebenen Restschuld bestimmt werden. Folglich wird eine gleichbleibende Rate gewährleistet. Diese Form des Darlehens kommt oftmals bei einer Baufinanzierung zum Einsatz.

Endfälliges Darlehen:

Bei einem endfälligen Darlehen, auch Fälligkeitsdarlehen oder Festdarlehen bezeichnet, handelt es sich um ein sogenanntes tilgungsfreies Darlehen. Hierbei erfolgt die Rückzahlung nicht während der Laufzeit, sodass keine Tilgungen anfallen. Dementsprechend wird der gesamte Darlehensbetrag am Ende der Laufzeit fällig und wird in einer großen Summe zurückgezahlt. Während der Laufzeit werden dem Darlehensgeber ausschließlich gleichbleibende Zinsen bezahlt.

Üblicherweise wird diese Darlehensform für Investitionen genutzt, bei denen die Rendite hoch ist. Ein Beispiel ist die Finanzierung einer Immobilie, die vermietet werden soll. Teilweise wird zudem ein Tilgungsersatz vereinbart, wie beispielsweise ein Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung, die dem Darlehensgeber als zusätzliche Sicherheit dient. 

Forward Darlehen: 

Bei einem Forward Darlehen handelt es sich um eine Art Annuitätendarlehen. Mit einem Forward Darlehen wird das gegenwärtige Zinsniveau für die Anschlussfinanzierung gesichert. Deshalb werden sie häufig im Zuge der Finanzierung einer Immobilie vergeben, wenn die Zinsbindungsfrist für einen Festzinssatz abläuft.

Wenn die Laufzeit des Darlehens noch andauert oder weiterer Finanzierungsbedarf feststeht, können mit einem Forwarddarlehen die aktuellen Zinsen gesichert werden. Es kommt daher meistens zur Anwendung, wenn der Darlehensnehmer von steigenden Zinsen ausgeht. Das Forward Darlehen ermöglicht somit die Zinszusage für eine spätere Finanzierung oder eine Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung.

Der Auszahlungszeitpunkt des Darlehens erfolgt bis zu 5 Jahre nach Abschluss des Forwarddarlehens. Positive Auswirkungen können erst nachträglich beurteilt werden, wenn ersichtlich ist, wie sich das Zinsniveau entwickelt hat. Sobald ein Forward Darlehen abgeschlossen wurde, besteht ein Darlehensvertrag, der für beide Parteien verbindlich ist.

Somit muss der Darlehensnehmer dies abnehmen, auch wenn die Zinsen am Ende der Zinsbindung weniger hoch sind als die vereinbarten im Forward Darlehen. Bei einer Nichtabnahme wird eine Entschädigung fällig. 

Partiarisches Darlehen: 

Das partiarische Darlehen wird auch Beteiligungsdarlehen betitelt und ist eine Form der Beteiligungsfinanzierung. Dabei leihen Privatpersonen einem Unternehmen Geld, sodass es sich um ein langfristiges Darlehen an einem Unternehmen handelt. Jedoch erhält der Darlehensgeber hierbei keine klassischen Zinsen, sondern eine Beteiligung an dem Gewinn oder am Umsatz des Unternehmens.

Der Gewinn des Darlehensgebers hängt von dem Gewinn des Darlehensnehmers, also dem Unternehmen, ab. Diese Darlehensform ähnelt einer stillen Gesellschaft, obwohl Darlehensnehmer und -geber nicht zu einer Gesellschaft zusammengeschlossen sind.