Sparen und Anlegen – Die Auswirkungen der Pandemie

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Ob aus Mangel an Möglichkeiten oder ganz bewusst – Die Pandemie hat viele Deutsche im Umgang mit ihren Finanzen beeinflusst. Finanziell abgesichert sein, auch in Krisenzeiten. Besonders junge Menschen, die bisher nie von einer wirtschaftlichen Krise betroffen waren, überdenken ihr Sparverhalten. 

Das Sparverhalten in der Pandemie 

Sind die Auswirkungen auf das Sparverhalten abhängig von der finanziellen Not, die durch die Pandemie erlebt wurde?

Laut Befragungen waren die Beeinträchtigungen des Einkommens sehr verschieden. Sie reichten von keinerlei bis zu sehr starken Einbußen. Deshalb und wegen fehlender Möglichkeiten, haben die meisten Haushalte ihre Ausgaben in den Pandemie-Monaten gesenkt. Reisen wurden storniert oder gar nicht erst gebucht, Schließungen von Gaststätten, Geschäfte, Fitnessstudios, Kulturstätten und vielem mehr bremste den Konsum. 

Auch aus Sorge vor einer drohenden Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit wurde das Ansparen eines finanziellen Notgroschens vielen Deutschen ein Ziel. 

So ist es kaum verwunderlich, dass sie ihre Ersparnisse aufgestockt und Anleger ihre Investitionen gesteigert haben. 

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist die Sparquote im Jahr 2020 von 10,9 auf 16,2 % gestiegen. So fanden Einsparungen aber in erster Linie bei den höheren Einkommensgruppen statt. Europaweit sind deutsche Haushalte nun dennoch bereits zum 8. mal in Folge die besten Sparer. 

Pandemie Sparen und Anlegen

Trotzdem mussten auch einige Bürger ihre Ersparnisse nutzen

Besonders die unteren Einkommensgruppen gehören zu den größten Verlierern in der Corona-Krise. Sie mussten durchschnittlich eher Einbußen hinnehmen. Auch der Wegfall der vielen Minijobs wird dafür verantwortlich sein. Wurden in der Pandemie-Zeit zusätzliche Kredite aufgenommen, lässt sich zumindest mithilfe einer Konsolidierung (Umschuldung) Geld sparen. So werden mehrere offene Kredite zu einem Darlehen zusammengefasst, wodurch von geringeren Zinsen und einer längeren Laufzeit profitiert werden kann. 

Zu den beliebtesten Geldanlagen der Deutschen gehören unverändert das Sparen auf dem Girokonto und auf dem Sparbuch. Darauf folgen die Renten-und Kapitallebensversicherungen, Bausparverträge, Immobilien, Investmentfonds, die Riester-Rente, Kurzfristige Geldanlagen und erst dann Aktien und festverzinsliche Wertpapiere. 

Sparen oder Anlegen?

Dass sich das klassische Sparen nicht mehr auszahlt, ist kein Geheimnis. Aufgrund fehlender Zinsen und der Inflation, verlieren Sparer sogar Jahr für Jahr. 

Das Anlegen dagegen bietet das Potential sich finanziell auszuzahlen. Neben starken Kursschwankungen erfordern Investments vielen Bürgern zu viel Zeit und Interesse an der Materie. Das altbekannte Sparbuch dagegen bietet eine gewisse Sicherheit, auch aufgrund der europäischen Einlagensicherung. 

Vielen Sparern mangelt es an Unterstützung und Vorwissen, ihre Vorurteile gegenüber dem Anlegen zu überwinden.  

Dabei ist es heute mit Unterstützung von Fondsmanagern oder dem Investment in ETFs leicht, sich ein regelmäßiges passives Einkommen aufzubauen oder langfristige Sparziele zu erreichen. 

Wer bisher über wenig Wissen vom Aktienhandel verfügt oder wem die Zeit und/oder das Interesse fehlt, sich selbst zu informieren, wird von den Hausbanken gerne auf Aktienfonds hingewiesen, da diese mittels der Gebühren sehr gut daran verdienen. 

Mittels Investmentfonds kann gezielt in Branchen, Immobilien, Rohstoffe oder Länder investiert werden. Auch Mischfonds können angeboten werden. Anleger sollten sich im Vorfeld überlegen welche Risiken sie dabei eingehen möchten. Je höher die Renditen sein sollen, desto höher wird das Risiko sein. 

ETFs dagegen sind deutlich kostengünstiger. Die Indexfonds werden passiv verwaltet und sind börsengehandelt. 

Interessant: Es gibt immer mehr junge Anleger. Kommen diese zu etwas Geld, suchen sie sich die, für sie selbst, passendste Investitionsmöglichkeit. Durch entsprechende Apps oder Websites wird es ihnen leicht gemacht Aktien zu kaufen und zu verkaufen, zu häufig günstigeren Konditionen als bei der Hausbank.

Der Wunsch nach einer grünen Welt – wie sich gezeigt hat, wächst das Interesse daran, in Unternehmen zu investieren, die nachhaltige Ziele verfolgen. Ökologisch und ökonomisch anlegen. So wird erwartet, zukünftig mehr Sparer zu Anlegern zu machen, da das Vertrauen in Unternehmen, die sich für nachhaltige und soziale Ziele einsetzen, grundsätzlich höher ist. 

Empfehlung der Finanzexperten

Experten empfehlen gezielt auch jungen Investoren frühzeitig zu beginnen und so bestenfalls monatlich einen festen Betrag beiseite zu legen. Ob dabei ein konkretes Sparziel besteht, wie beispielsweise eine eigene Immobilie oder bloß aus Gründen der Altersversorgung, wer regelmäßig anlegt baut sich unweigerlich ein gewisses Vermögen auf. Professionelle Beratung kann insbesondere im Rahmen der langfristigen Finanzplanung einen wichtigen Mehrwert bringen.